Federerkrankung beim Wellensittich

Ich muß leider sagen, daß ich ziemlich enttäuscht bin, von einem WS Züchter, der sich schon
so lange Jahre mit diesem Hobby befasst, solche Zeilen zu lesen.
Junge Züchter machen sich Gedanken, wie man verschiedene Probleme in den Griff bekommen kann.
„Erfahrene“ bringen Aussprüche wie : „ Was Krank ist muß weg“ nur was ist Krank und wer bestimmt
was Krank ist Mütter, die mit radioaktiver  Strahlung in Berührung kamen, bringen nach Jahren noch
Kinder mit verschiedenen Gebrechen auf die Welt. Sind da die Mütter schuld?
Müßte man Ihnen dasKinderkriegen nicht  einfach verbieten?
Oder könnte es nicht sein, daß sie kerngesunde Kinderin die Welt setzen?
Glaubt jemand wirklich, daß die Umweltschäden nur dem Menschen zu schaffen machen.
Seit wann gibt es Federprobleme?
Ist Franz.  Mauser kein Federproblem? .
Ist der teilweise Ausfall von Federn Franz. Mauser?
War es Franz.Mauser oder eine Schockmauser wenn die Federn wieder komplett nachwachsen. ?
Wie viele Fragen soll ich noch aufführen, die mich schon seit Jahren beschäftigen.
Woran lernen die Mediziner?
An gesunden Menschen oder an den Kranken.
Könnten die Zysten bei WS  eine Art Hautkrebs sein?
Gab es vor 20 Jahren schon so vieleMenschen mit Hautkrebs?
Die Krankheiten beim Menschen werden immer mehr und immer stärker.
Aber die Krankheiten, die früher ganze Dörfer ausgerottet haben, hat man heute weitgehendst
im Griff.
Hätte man dazu die Menschen mit Krankheitsanzeichen alle töten müssen, oder hat man an
Ihnen gelernt, um andere zu retten. Manche denken sicherlich, der kommt vom Thema ab.
Aber ist es nicht so, daß man sich selbstverständlich als erstes um den Menschen kümmert.
Als zweites um die Nahrungskette des Menschen. Dann um noch vieles Wichtige mehr, das dem
Menschen zum Erhalt des Lebens dient. Wenn sich nicht dann die Menschen, die ein Hobby haben
„darum kümmern“, wer dann?
Sind wir Tierzüchter nicht auch alle Tierschützer.
Wer von uns möchte denn vorsätzlich kranke Vögel züchten?
Ich kenne niemanden, der sich sein eigenes Grab schaufelt und dies noch mit Liebe tut.
Alle Züchter, die ich bisher besuchte, waren todunglücklich, wenn sie solche Vögel gezogen hatten.
Wer 100 und mehr Junge pro Jahr züchtet und keine Ausfälle hat, ist für mich unglaubwürdig.
Aber man wird ja durch manche Artikel fast gezwungen, keine Probleme zu haben.
Wer versucht, alles schön zu reden, ist auch fehl am Platz. Es gibt meiner Ansicht nach keine
Zucht von Tieren, welche auch immer, die ganz ohne Probleme abläuft.
Nun aber die Probleme nicht anzugehen, wäre wohl ein großer Fehler
Ich kann nur durch das Arbeiten mit diesen Tieren Erfahrungen sammeln, nicht durch das Töten.
Nicht das Verkaufen eines Vogels mit Federproblemen an einen Anfänger ist ein Verbrechen,
sondern das Verkaufen eines kerngesunden Vogels, der von Problemvögeln abstammt, ohne dies dem Käufer mitzuteilen, ist eine Schweinerei.
Da noch keiner genau sagen kann, ob oder wie sich alles weiter vererbt.
Es gibt heute glücklicherweise schon Tierärzte, die sich mit kleineren Vögeln befassen,
aber auch die sind ohne unsere Mithilfe aufgeschmissen.
Glauben manche Leute wirklich, daß es so viele Medikamente und Aufbaustoffe für Hunde,
Katzen und Tauben gibt, weil die das schon mit auf die Welt gebracht haben.
Ich war immer der Meinung:
„Zuerst gab es eine Krankheit und dann das Gegenmittel“. Aber heute ist ja vieles anders.
Der Wellensittich gehört als Haustier noch nicht zu denen, die für die Forschung das große Geld
bringen.
Wer also, wenn nicht wir Züchter, soll sich um seine Krankheiten kümmern.
Durch das Töten kranker Tiere kann man nicht einmal das BSE beseitigen,
wer glaubt also daran, daß es bei anderen Tieren gehen kann. Auch die Aussage:“ in der freien
Wildbahn kommen solche Dinge nicht vor“, kann ich nicht gelten lassen. Sicher können sich kranke
Tiere nicht so fortpflanzen wie in Menschenhand, da sie kaum Überlebenschancen haben.
Aber warum gibt es dann immer noch Tiere, die verenden, ohne Fremdeinwirkung? .
Die Natur müßte doch kerngesund sein nach so vielen Jahren natürlicher Auslese.
Nur wir Züchter sind doch die Schlimmen, die Krankheiten vermehren.
Diese Märchen kann man nicht einmal mehr im Kindergarten verbreiten, geschweige denn in einer
Fachzeitschrift. Ich würde gerne Artikel lesen, die mich weiterbringen, nicht solche, die mich ärgern.
Und schon gar nicht von Leuten, die behaupten, eine langjährige „Zuchterfahrung“ zu haben.
Oder kann mir Jemand mehrere Artikel ( Futter, Vitamine, Aufbaustoffe, Medikamente.) nennen,
auf denen die genaue Dosierung für WS steht, wie das bei Hunden, Katzen und Tauben schon lange der Fall ist.
Für mich sieht das so aus, als ob es beim Wellensittich Krankheiten gäbe, aber keine Mittel dagegen.
Bei anderen Tieren gibt es etliche Arzneimittel aber keine kranken Tiere.
Hat man die alle getötet?.
Gott sei Dank ist mein Arzt an seine Schweigepflicht gebunden. Man weiß ja nie!
Sind wir eigentlich noch in AZ  Ortsgruppen?
Oder laufen wir schon unter dem Namen Selbsthilfegruppen?
Wer traut sich eigentlich noch mit seinen Problemen an die Öffentlichkeit, dabei könnten wir so
vieles von einander lernen und profitieren. 
Wer aus seiner eigenen Erfahrung berichtet, wird jedoch sofort angegriffen. Somit schweigt jeder und
kämpft für sich.
Es ehrt einen Züchter, der so offen über seine Probleme spricht wie der Herr Himpel, nicht aber,
wenn einer durch die Lande reist und bei anderen die Fehler sucht.
Damit ist niemandem gedient. Ich züchte erst seit 22 Jahren Wellensittiche, eine große Hilfe war mir
immer die Ortsgruppe Karlsruhe. Aber ich weiß, daß ich noch lange nicht alles über den WS gelernt
habe.
Deshalb brauche ich Züchter, die mir weiterhelfen und über ihre Erfahrungen schreiben.
Nicht nur die Guten.
Wer noch keinen Bundessieger gezüchtet hat, soll nicht traurig sein, das gelingt den wenigsten.
Aber wir versuchen trotzdem einen Sieger nach dem Standard zu züchten und nicht den Standard
so zu gestalten, daß jeder einen Bundessieger aus dem Zoohandel holen kann.

Verfasser Bernd Waible 2001
Taunusstr. 5
76275 Ettlingen


Bericht Wellensittich Welt Wellensittich Magazin und AZ - Nachrichten
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