AZ-DWV-IG Rez. Schecken u. Ü.  Farben

Der falsche/richtige Weg ?
Vorab möchte ich meine Freude zum Ausdruck bringen, über die Vielzahl der ausgestellten Vögel, die unserer IG zugehören. Auf jeder Schau, die ich besuchen konnte, waren die Rez. Dom. Schecken, Schwarzaugen, Falben und Hauben gut vertreten. Und dies in guter bis sehr guter Qualität. Bei den Rez. Schecken sieht man mittlerweile „nicht mehr“ Vögel mit leichten Tickets als bei anderen Farbschlägen, dabei scheinen wir alle auf dem richtigen Weg. 
Wir Menschen, Züchter neigen dazu den kürzeren vermeintlich schnelleren Weg zu gehen. Sind wir ihn gegangen und stellen fest, dass es nicht gelingt, versuchen wir einen anderen zu gehen. Das hat sich in den letzten hundert Jahren nicht geändert und wird es sich auch wohl nie. Was aber, wenn wir wie ich den langen Weg gewählt haben und es geht auch nicht, zumindest nicht in allen Punkten?
Natürlich geht es dabei wieder einmal um den Rez. Schecken, der mir ja am Herzen liegt. Von Züchterkollegen wie Jo Mannes oder Christian Back bekam ich immer wieder den Satz zu hören „ ohne Zimter geht gar nichts“. Vielleicht lag es an meinem Dickschädel oder Ehrgeiz, dass ich diesen Satz einfach ignorieren wollte. Jedem Züchter habe ich immer gesagt, er müsse Zimter und Opaline aus den Rez. Schecken heraushalten. Wenn ich ganz ehrlich bin, vertrete ich diese Meinung auch heute noch, wenn auch nur noch bedingt.
Der Zimter hellt die Rez. Schecken auf, dadurch ist der Kontrast der den Vogel ausmacht nicht mehr zu Hundert Prozent gegeben, was mir „persönlich“ missfällt. Man sieht diese Vögel auf Schauen auch nur noch, wenn sie außerordentlich guter Qualität sind, und so sollte es auch bleiben.
Der Opaline bringt dunklere Flügel durch großflächige Placken. Auch die Körperzeichnung beeinflusst er ungünstig durch seine etwas gröbere Feder.
Aber da sind wir bei dem Punkt, an dem ich meine Meinung leider revidieren muss. Wer die Größe seiner Vögel erhalten möchte, dem bleiben nicht viele Möglichkeiten. Der Beste und einfachste Weg ist immer noch, sich kräftige Normale Hennen zuzukaufen oder selbst in einer Linie zu züchten. So eine Henne, wenn man sie denn bekommt, hat natürlich ihren Preis. Und sie zum Züchten zu bringen ist auch nicht gerade einfach. Um selbst eine solche Linie, außerhalb der Rez. Schecken, aufrecht zu erhalten, braucht man selbstverständlich auch immer wieder einen Fremdvogel. Da man hierzu aus Kostengründen  oft besser einen Hahn kauft, beginnt das Problem: die meisten guten Hähne, welche man angeboten bekommt sind spalt Zimt. Seit dreißig Jahren züchte ich nun Rez. Schecken, seit etwa 12 Jahren ohne Opaline und in den letzten fünf Jahren bekam ich die Zimter aus den Rezessiven Scheckenlinie heraus. Und nun? Was die Stirnflecken und Zeichnung betrifft war es sicher der richtige Weg. Mit meinen Schecken bin ich nach wie vor sehr zufrieden, was diese Merkmale anbelangt, und ich würde auch gerne auf diese Art weiter züchten. Aber mir geht die Normallinie leider langsam aber sicher verloren, die ich zum Einkreuzen bräuchte. Nun kann ich die Züchter besser verstehen welche auch mit Opalinen und Zimtern  arbeiten (müssen), denn auch mir wird nichts anderes mehr übrig bleiben. Was man sich nicht kaufen kann, muss man selbst versuchen zu züchten, auch daran wird sich nie etwas ändern. Wer die Möglichkeiten (Zuchtboxen) nicht zu Verfügung hat mit vielen verschiedenen Linien zu züchten, dem wird nichts anderes übrig bleiben, als diese Vögel direkt in seine Schecken einzubringen.
Der Rez. Schecke war und bleibt einfach ein schwierig zu züchtender Farbschlag. Ich hoffe, dass kein Züchter, der damit angefangen hat ihn zu züchten, diesen jemals aufgibt.
Wer also bei seinen Rez. Schecken bemerkt, dass die Größe verloren geht, wird an den Opalinern nicht mehr vorbei kommen. Auch ich werde gezwungener Maßen versuchen, sie dosiert wieder zu züchten. Auch wenn ich eine Heiden angst davor habe, da ich weiß wie lange es dauert sie wieder aus der Scheckenlinie heraus zu bekommen. Da hierdurch aber die Feder wieder etwas gröber werden wird, kommt der Satz „ohne Zimter geht gar nichts“ zum Tragen. Nach dreißig Jahren einzusehen, dass es einen kürzeren Weg geben muss, ist nicht einfach.
Als IG Sprecher sage ich euch nach wie vor, haltet Zimt und Opaline von euren Rez. Schecken fern, es gibt „farblich“ keine schöneren Vögel. Als Züchter muss ich heute leider sagen: „Ganz ohne Opaline und Zimter wird es unglaublich schwer“.

           Verpaarung eines Normalen 1.0 Spalt Zimt in die Rez. Schecken.
                         1.0 XzX rsrs 0.1 XYRsRs









Wie aus der Tabelle ersichtlich wird, erhält man, wenn überhaupt, nur 25% Normale Hennen Spalt in Rezessivem Schecke. Mit den Zimt- Hennen weiter zu machen hatte ich früher immer vermieden, da alle daraus fallenden Hähne ja wieder den Zimtfaktor spalterbig in sich tragen. Bei den Hähnen ist es wie in der  Lotterie, man kann ja äußerlich nicht erkennen wer den Zimtfaktor trägt. Selbst wenn keine Zimthennen fallen, kann man nicht davon ausgehen, dass der Hahn dies nicht in sich trägt und an seine Söhne weiter gibt. Und so verbreitet man den Zimt oder Opalinfaktor sehr schnell in seinen ganzen Schecken ohne es zu bemerken. Wer also Glück hat, erwischt die richtigen, wer nicht hat das gleiche Problem wie ich. Da beide Faktoren, Zimt wie auch Opalin, geschlechtsgebunden vererben, kann man in der Tabelle genauso Opalinvögel eintragen.
Ich wünsche allen viel Glück dabei, damit wir die wirklich farblich Wunderschönen Schecken nicht verlieren.
IG- Sprecher und Züchter Bernd Waible
An die AZ  12.2013
WW 12.2013
     
     
     
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