AZ - DWV Ortgruppe Karlsruhe
Anreize schaffen…
Christian Back  (9814)
Zunächst einmal möchte ich mich ausdrücklich für die vielen Rückmeldungen bezüglich meines letzten Artikels  
„Der Weg zur Novellierung des DWV-Standards“ bei den Schauwellensittichzüchtern bedanken, nicht nur weil  
sie doch überwiegend sehr positiv und lobenswert ausgefallen sind. Bei aller Euphorie für positive  
Veränderungen muss dieser Vorschlag, wie damals bereits erwähnt, unter Einbezug der Meinungen der  
Interessengemeinschaften allerdings noch von unseren Landesdelegierten in einer Abstimmung freigegeben  
werden, damit es überhaupt zu einer Umsetzung kommen kann.
Die letzten Beschickungszahlen der Bundesschau lassen uns doch auf dramatische Art und Weise erkennen, dass  
gerade in unserer Arbeitsgemeinschaft des DWV neue Anreize geschaffen werden müssen, damit wir in Zukunft  
wieder von einem beliebten Hobby in der AZ sprechen können, wenn es um das Züchten und Ausstellen von  
Schauwellensittichen geht. In einer ersten Arbeitssitzung beim neuen DWV-Obmann, Rolf Schindelmeiser, mit  
seinen Stellvertretern wurden aufgrund vieler gesammelter Meinungen von Züchtern und eigenen Vorstellungen  
neue Verbesserungsvorschläge bzw. erste Zielsetzungen erarbeitet, um in absehbarer Zeit wieder eine positive  
Wende für unser Schauwesen herbeizuführen. Mit diesem ersten Bericht will ich im Namen des neuen DWV-
Teams alle interessierten Schauwellensittichzüchter über die bereits veranlassten und - unter Vorbehalt der  
Zustimmung der erforderlichen Instanzen - über die geplanten zukünftigen Schritte informieren. Auch bringt  
nicht jede Veränderung vielleicht sofort den gewünschten Erfolg. Man sollte aber bereit sein, es zumindest zu  
versuchen. Oft bewirken ja bekanntlich auch kleine Veränderungen auf lange Sicht eine große Wirkung. Nur  
durch Veränderungen ist es möglich, Zustände zu verbessern oder andernfalls durch Nichtstun zu  
verschlechtern. Gerade nach einem „strengen Winter“ tut ein bisschen frischer Wind gut, frei nach dem  
römischen Motto „Abwechslung erfreut“. Jeder Veränderungsvorschlag ruft zwar in der Regel zunächst eine  
skeptische Abwehrhaltung hervor. Ein interessierter Züchter sollte aber stets bemüht sein, ganz offen und ohne  
Vorurteil, d.h. auch ohne generelle Vergleiche mit der bisherigen Vorgehensweise, an neue Wege  
heranzugehen. Letztendlich entscheidet vor allem eine gute Kommunikation untereinander über den Erfolg von  
solchen geplanten Veränderungsprozessen.

Schausystem ohne Voranmeldung
Als neues DWV-Team sehen wir es - wie auch von vielen Schauwellensittichzüchtern bereits seit Jahren  
gefordert - als absolute Notwendigkeit an, schnellstmöglich einige grundlegende Änderungen in unserem  
Schausystem herbeizuführen. Beim heutigen Schauwellensittich haben wir es im Gegensatz zu den meisten  
Arten der anderen Arbeitsgemeinschaften mittlerweile mit einem Vogel zu tun, der v.a. aufgrund seines  
voluminösen Federkleides schon bei geringen sich wechselnden Wettereinflüssen und  
Temperaturschwankungen wesentlich schneller und extremer zu mausern beginnt. Für den Züchter ist es aus  
diesem Grund bei einer Voranmeldung von 14 Tagen vor einer größeren Ausstellung nur sehr schwer  
abzuschätzen, welcher WS sich zum Zeitpunkt der Schaueinlieferung in optimaler Kondition befinden wird. Nicht  
eingelieferte Vögel (NE) machen mittlerweile nicht mehr wie früher angenommen 10% der Beschickungszahlen,  
sondern auf dem Europachampionat in der Regel zwischen 15 - 2o%, auf der Bundeschau durch das  
„Vollmelden“ von Klassen, auf das später noch näher eingegangen werden soll, schon mindestens über 25% der  
gemeldeten Vögel aus. Dass sehr viele tatsächlich eingelieferten WS sich nicht in guter Ausstellungskondition  
befinden und trotzdem ausgestellt werden, z.B. zum notwendigen Stufenerhalt, verschlimmert diesen negativen  
Umstand noch dramatisch.
Deshalb ist zunächst schon für das Jahr 2012 als ein Primärziel eine Durchführung des Europachampionats bei  
der Sparte Wellensittiche ohne Voranmeldung geplant, was zweifelsohne von allen Ausstellern begrüßt werden  
würde. Sollte dies ohne größere Komplikationen ablaufen und vielversprechend angenommen werden, sollte  
dies auch im Anschluss auf Bundesebene umgesetzt werden können, wie dies auf den meisten Landeschauen  
bereits praktiziert wird. Entgegen dem Bundesweiten Trend gab es dort schon seit einigen Jahren wieder  
langsame Steigerungen von Jahr zu Jahr zu verzeichnen. Die Vorteile liegen demnach klar auf der Hand:
Mehr Vögel in Schaukondition auf der Ausstellung
Besseres Gesamtbild der ausgestellten WS für die Besucher
Der Züchter kann tatsächlich die WS ausstellen, welche zum Zeitpunkt der Einlieferung am besten in  
Kondition sind.
Die Anmeldung erfolgt demnach mit der rechtzeitigen Überweisung des Standgeldes, das sich wie bisher aus der  
Anzahl der Vögel plus Schaukatalog zusammensetzt. Der Aussteller meldet somit also nur seine Stückzahl  
vorzeitig an, ein vollständig ausgefülltes Anmeldeformular ist erst bei der Einlieferung mitzubringen.
Um noch einen Blick weiter in die Zukunft zu werfen, werden ab nächstes Jahr bereits erste Schritte zur  
Entwicklung und Einführung eines Barcode-Systems unternommen, um eine möglichst effiziente und  
beschleunigte Dateneingabe beim Anmelden und eventuell auch während der Bewertung zu erzielen. Wir alle  
kennen Barcodes vom Einkaufen. Die Felder mit den Strichen sind auf jeder Ware angebracht. Mit Hilfe von  
Barcode-Scannern könnten so die dekodierten Daten des Züchters bzw. die Schauklasse eines bestimmten  
Vogels über unterschiedliche Schnittstellen an das übergeordnete DV-System weitergeleitet werden. Eine  
genauere Beschreibung eines solchen Systems würde allerdings den Rahmen dieses Artikels sprengen und wird  
erst bei genauerer Ausarbeitung erläutert werden.

Leistungsgerechtes Schausystem
Wie schon viele Jahre von den Ausstellern der „unteren“ Stufen (zurzeit leider nur noch Z- und F-Stufe) zu Recht  
bemängelt, gibt es immer weniger Schauklassen, in denen mind. 7 Vögel gemeldet sind. Dieser Umstand ist  
inzwischen vor allem in der F-Stufe schon so dramatisch, dass der Anspruch auf volle Klassen und damit auf eine  
Medaillenberechtigung fast ausschließlich vom Züchter selbst durch eigenmächtiges „Vollmelden“ der einzelnen  
Klassen erreicht werden kann, wodurch mittlerweile schon im Ausland unser Schausystem als „Hochmelder-
System“ seinen Namen gefunden hat! Umgekehrt wird allgemein beklagt, dass die Qualität der sogenannten  
„Championvögel“ immer schlechter wird und deshalb die Abstiegsregelung verschärft werden sollte, um wieder  
mehr CH-Züchter absteigen und daraus folgend die Zahl der Züchter in den unteren Stufen für vollere Klassen  
ansteigen zu lassen. Wer aber steigt schon gerne ab bzw. schneidet sich gerne ins eigene Fleisch…? Wie nämlich  
auf unserer diesjährigen DWV-Hauptversammlung in Kassel deutlich wurde, ist der Lobbyismus derjenigen  
Championzüchter, die anscheinend um jeden Punkt zum Stufenerhalt kämpfen müssen, schon so groß, dass eine  
geplante Punkteverschärfung gegen den Abstieg nicht mehr durch eine allgemeine Abstimmung erreicht werden  
kann. Viele Züchter wären mit Sicherheit damit einverstanden auch mal abzusteigen, wenn die Qualität ihrer  
Vögel für eine bestimmte Periode der CH-Stufe nicht mehr gerecht wäre und würden sich lieber mit Stolz in  
einem bestimmten kleineren Kreis einer wahren „Champions-League“ im Rotationsprinzip wiedersehen. Die  
Mehrheit der Championzüchter sieht dies aber anscheinend anders.
Wer einen Schritt weiterdenkt stellt fest, dass auch eine geplante Bundesschau ohne Voranmeldung gleichzeitig  
keine „NE-Vögel“ und damit auch keine „Hochmelder“ mehr bedeuten wird. Dies könnte zunächst nur positiv  
gewertet werden! Für die Züchter in der Z- und F-Stufe würde das aber im Klartext heißen, dass sie dann erst  
Recht fast keine Chance mehr haben werden, um an aufstiegsberechtigte Medaillen zu gelangen. Die Zukunft  
unseres Ausstellungswesens, nämlich die Championzüchter von morgen werden unter diesem Umstand nicht  
mehr nur verärgert, sondern steigen im Extremfall aus unserem Hobby sogar aus. Wo sind denn die ganzen  
Züchter aus der abgeschafften Anfänger- und Neubeginner-Stufe geblieben? In der Züchterstufe habe ich die  
meisten davon dieses Jahr vermisst!
Dieses System so fortzuführen, kann nicht im Sinne des DWV bzw. der AZ sein! Die derzeitige Aufstiegsregelung  
bzw. -berechtigung ist einfach ungerecht und hat vor vielen Jahren funktioniert, weil wir gerade am Ende der  
90er mit überwiegend vollen Klassen in allen Züchterstufen rechnen konnten! Auch die Zuordnung zwischen  
Stufenzugehörigkeit und Qualität der Vögel steht seit dem stetigen Rückgang der Beschickungszahlen nicht mehr  
wirklich im Verhältnis zueinander. Es wird mit Sicherheit einige Jahre dauern bis sich hier wieder ein sinnvolles  
Gleichgewicht eingependelt hat. Vorausgesetzt man sucht gezielt nach Lösungsansätzen und schafft eine  
veränderte und sinnvolle Plattform.
Mein Vorschlag in diesem Punkt sieht folglich so aus. Wenn keine strengere Abstiegsregelung von Seiten der CH-
Stufe erreicht werden kann, muss der umgekehrte Weg eingeschlagen und die Aufstiegsmöglichkeiten der  
beiden unteren Stufen unbedingt erleichtert werden. Aber auf eine leistungsgerechte Weise! Im Moment  
spiegelt sich unser Schausystem -um es überspitzt zu formulieren- mehr in einer „Pflege“ der Champions und  
der sogenannten Ehrenchampions wieder, als dass es versucht „Neueinsteigern“, von denen wir sowieso zu  
wenig haben, einen Anreiz bzw. Motivationsweg zum Ausstellen von mehr Vögeln vorzuleben. Umgekehrt  
haben viele Züchter aus den unteren Stufen in den letzten Jahren den Aufstieg in die CH-Stufe eindeutig nicht  
aufgrund der Qualität ihrer Vögel erreicht, sondern weil sie unser vorgegebenes System schlicht und einfach zu  
ihren Gunsten angewandt und sich „hochgemeldet“ haben. Das ist verständlich, aber auch nicht  
leistungsgerecht!
Unser Schausystem belohnt bekanntlich bisher ausschließlich die Klassengewinner, vorausgesetzt es handelte  
sich um volle Klassen, und natürlich den daraus hervorgehenden Gruppensieger. Wenn es aber im Zuge der  
allgemein nachlassenden Schaubeteiligung zu immer weniger vollen Klassen kommt, bleiben im Sinne von  
Veränderungen eigentlich nur zwei sinnvolle Möglichkeiten:
1.) Das Zusammenlegen von Schauklassen oder  
2.) mehr Anreize im Sinne von Medaillenvergabe eine Ebene höher zu schaffen, nämlich bei den  
Gruppensiegerentscheidungen.  
Da das Zusammenlegen von Schauklassen vor allem bei der Bewertung in vielen Versuchen in der Vergangenheit  
nach unserer Erfahrung schon immer für mehr Chaos als für Wohlwollen gesorgt hat, sehen wir hier kaum einen  
vernünftigen Spielraum gegeben. Die Auslegung ändert sich hier auch von Schau zu Schau und fordert einen in  
keinem Verhältnis stehenden bürokratischen Aufwand. Der 2. Weg wurde vielleicht schon von einigen in  
Betracht gezogen, aber noch nie umgesetzt. Im DWV ermitteln wir bekanntlich im Gegensatz z.B. zu manchen  
anderen ausländischen Verbänden den Schausieger aus den einzelnen 20 Schaugruppensiegern. Wer den 2.  
Platz in einer Schaugruppe erreicht, ist praktisch schon der erste Verlierer, frei nach dem - wie ich es nenne -  
,,winner-takes-all“ -Prinzip. Warum setzen wir dieses sinnvolle Prinzip aber dann nicht weiter fort bei der  
Leistungsbewertung der Vögel der einzelnen Züchterstufen?  
Eine Fragestellung zur Verdeutlichung: Ist ein Klassensieger in der Z-Stufe in einer Klasse bestehend aus 7  
gemeldeten Vögeln (darunter 6 NE) und in der Gruppe dann als Schlusslicht mit dem 12. Platz wirklich höher  
einzustufen als ein Klassensieger in derselben Stufe, der als Einzelvogel in der Klasse steht, dann aber in  
derselben Farbgruppe den 2. Platz belegt? Der erste Vogel bekommt die Gold-Medaille für den „erfolgreichen“  
Klassensieg, obwohl er eigentlich nicht einen Vogel geschlagen hat. Der beschriebene 2. Fall und der mit  
Sicherheit wesentlich bessere Vogel, der alle Klassensieger aller 3 Stufen mit Ausnahme des Gruppensiegers  
geschlagen hat, bekommt „niente“ und denkt sich „Danke fürs Mitmachen“. Bei einer solchen  
Leistungsbewertung kann man eigentlich nur noch mit dem Kopf schütteln!
Aus diesen Grundgedanken heraus wurde von mir bereits der Antrag an unseren Vorstand gestellt, dass der  
beste Vogel einer jeden Bundesgruppe in einer jeden Züchterstufe, wenn er nicht schon als Klassensieger oder  
gar Bundesgruppensieger medaillenberechtigt ist, eine Goldmedaille zum Aufstieg erhält. Die Sieger der 20  
Bundesgruppen einer jeden Stufe lassen sich sehr einfach schon beim Richten aus den Querlisten bei der  
Gruppensiegerbewertung entnehmen und garantieren jedes Jahr schon 20 sichere Aufstiegsmedaillen in jeder  
Stufe. Zudem werden sich die Züchter der Z- und F-Stufe wieder zwangsläufig verstärkt den schwächer  
bestellten Schaugruppen und damit auch selteneren Mutationen zuwenden, da dort diese „Stufen-
Schaugruppensiegermedaille“ leichter zu erreichen sein wird. Ich habe diesem „Kind“ hier nur einen Namen zum  
besseren Verständnis gegeben; es würde sich dabei selbstverständlich wie bisher um eine Klassensieger-
Medaille handeln.
(Einfügen von Tabelle 1)
Bei meiner Auswertung der diesjährigen Bundesschaubeschickung konnte ich zum Entsetzen feststellen, dass  
nur als Beispiel  in der Bundesgruppe 14 - Lacewings - in der F-Stufe nur insgesamt 15 Vögel (davon 8 NE) und in  
der Z-Stufe gerade mal 2 Vögel (davon 1 NE) gemeldet waren (siehe Tab. 1). Viele Züchter der beiden unteren  
Stufen sehen hier schon von Anfang an keine Chance an eine Medaille zu gelangen! Warum sich also diese  
Mutation anschaffen? Ich bin davon überzeugt, neben einer gerechteren und vernünftigeren Aufstiegsregelung  
werden dadurch auch Anreize für die Züchter aller Stufen zum Ausstellen in allen Schaugruppen geschaffen,  
was die beste Voraussetzung für wieder ansteigende Beschickungszahlen darstellt. Diese Änderung der  
Medaillenvergabe würde allerdings nicht für die Landes- bzw. auf der Europaschau durch das bereits  
praktizierte Zusammenlegen von mehreren Stufen gelten, sondern ausschließlich nur für die Bundesschau.
Änderung der Schauklasseneinteilung
Jedes Jahr werden neue Vorschläge in Berichten erläutert bzw. werden Anträge von Züchter zwecks  
Schauklassenveränderungen an den DWV-Obmann herangetragen. Das ist in erster Linie positiv zu bewerten.  
Ganz allgemein betrachtet, spiegelt es doch das Interesse der Züchter an unserem Schauwesen wieder. Da nicht  
nur unser Standardideal einem sehr dynamischen Wandel unterworfen ist, sondern sich auch die Vorlieben der  
Züchter gemessen an den Beschickungszahlen der einzelnen Farbklassen ständig verändern, werden auch in  
Zukunft Veränderungen, Verbesserungen oder Neuregelungen in unserem Schauklassenschlüssel nötig sein. Auf  
der anderen Seite konnten wir die letzten Jahre beobachten, dass diese Einteilung noch nie wirklich ausgereift  
werden konnte. Bestimmte Mutationen wurden von Schaugruppe „A“ nach „B“ und nach weiteren Jahren  
wieder mit einer ganz anderen Mutation in Gruppe „C“ zusammengewürfelt, die weder von ihrer individuellen  
Punkteverteilung, noch von ihrer gleichen Genetik oder „verwandtschaftlichen“ Mutation einen sinnvollen  
Vergleich zulassen.  
In Tab. 2 ist unsere derzeitige Schauklassenordnung einmal in einer hierarchischen Gliederungsstruktur von der  
Einzelklasse zur Schaugruppe am Beispiel der Champion-Altvogelklassen veranschaulicht. Zur Ermittlung des  
einzelnen Schaugruppensiegers werden in der Praxis selbstverständlich die Klassen aller Stufen berücksichtigt,  
getrennt nach Jung- und Altvögeln sowie nach Geschlechtern. Dies wurde hier zum besseren Verständnis  
vernachlässigt und ergibt sich eigentlich von selbst aus unserer Schauordnung (AZ-DWV-SchO §8.2).
(Einfügen von Tabelle 2)
Befasst man sich einmal wirklich intensiver mit dieser Schaugruppeneinteilung, stellt man ganz einfach immer  
wieder dasselbe Problem fest: Unser Schausystem schafft nur Platz für 20 Schaugruppen, wir haben aber  
inzwischen mehr als 20 unterschiedliche Farb- und Zeichnungsvarianten! Das der DWV deshalb nicht jedem  
Farbschlag schon aufgrund der zu niedrigen Beschickungszahlen einzelner Mutationen mit einer eigenen  
Schaugruppe gerecht sein kann, ist wohl jedem verständlich. Am meisten ärgert mich daran jedoch schon seit  
vielen Jahren, dass wir uns lieber einem System unterordnen, das uns anscheinend vorgibt: „Wir haben keine  
weitere Schaugruppe zur Verfügung, ergo können oder wollen wir lieber keine anderen Farbschläge oder  
Schauklassen zulassen!  
Die Kritik sollte an dieser Stelle auch nicht zu hart ausfallen. Generell kann man klare und gelungene  
Schaugruppeneinteilungen nach den zahlenmäßig am stärksten vertretenen Mutationen feststellen. Das  
beschriebene „Problemkind“ spiegelt sich derzeit aber vor allem in der Gruppe 13 am stärksten wieder oder  
wenn es darum geht, „neue“ Mutationen in unserem Ausstellungswesen zuzulassen. Bis heute wurde noch  
keine sinnvolle Einordnung für den DF Spangle oder den Texas Clearbody geschaffen, die Schiefer- oder  
Anthrazitmutation gefällt uns besser nicht oder der Dänisch Dominante ist besser erst gar keine eigenständige  
Mutation, um hier nur einige Beispiele zu nennen. Eigentlich wissen wir mit unserem System nur nicht, wohin  
mit diesen Farbschlägen, selbst wenn wir sie gerne hinzugewinnen wollten.  Um manche Züchter nicht auf  
falsche Gedanken meiner Absichten zu bringen. Ich selbst besitze zurzeit weder Texas Clearbodies noch Dänisch  
Dominante. Es geht mir auch nicht unbedingt um das Einführen anderer Farbschläge. Aber die Tatsache, dass  
man in anderen Verbänden wie z.B. im DSV den Liebhabern vieler weiterer Mutationen die Möglichkeiten zum  
Ausstellen ihrer Wellensittiche bietet und im DWV nicht oder auf eine unzulängliche Weise wegen eines  
„maroden“ Schauklassensystems, kann einen Züchter schon sehr traurig machen. Wir verlieren so viel Potential,  
nur weil wir die Chancen dazu nicht bereitstellen. Egal wie sinnvoll oder nützlich für die Allgemeinheit…
Wir wissen noch nicht, ob es sich z.B. bei diesem sog. Dänisch Dominanten einfach nur um einen „Melanin-
Spangle“ handelt und wir diesen Farbschlag aufgrund nicht eindeutiger Zuordnung in ein paar Jahren vielleicht  
wieder aufgeben sollten. Im Moment gibt es unseres Wissens aber viele Züchter, welche diese zweifelsfrei  
schönen Vögel ausstellen wollen. Ein Antrag für eine eigene Schauklasse liegt dem DWV-Obmann bereits vor.  
Wir sollten deshalb generell zukünftig einen Weg einschlagen können, der nicht wie bisher für den Aussteller  
heißt: „Geh‘ dahin, wo Du diesen Vogel ausstellen kannst!“ Das können wir uns jetzt nicht mehr erlauben! Der  
Züchter macht dies, wie man die letzten Jahre sehen konnte. Wir müssen selbst dazu in der Lage sein, den  
Ausstellern geeignete Schauklassen für alle möglichen Mutationen und Farbkombinationen dieses  
wunderschönen Australiers zu bieten. Wer würde darunter leiden? Unser Schauideal? Unser Stolz? Wir können  
nur gewinnen. Nämlich Züchter und damit auch mehr Vögel auf unseren Ausstellungen.
Viele Vorschläge von Züchtern in der Vergangenheit wurden bei der Ausarbeitung einer neuen Vorstellung einer  
Schauklasseneinteilung vom DWV-Team in Erwägung gezogen. Definitiv müssten wir zumindest eine neue  
Schaugruppe für die bereits erwähnten neuen Zielsetzungen bereitstellen oder „freimachen“. Der Vorschlag  
von einigen Züchtern die Gelbgesichter (Schaugruppe 12), die vor allem bei den GG Normalen 12/1 auch  
zahlenmäßig sehr gut vertreten sind, den entsprechenden Schaugruppen 2, 4, 5 bzw. die GG Zimt, Zimt Opalin  
und Opalin in 9, 10, 11 unterzuordnen, halten wir vor allem im Sinne des Normalen WS für keine sinnvolle  
Lösung. Ob die Gruppen 12/2, 12/3 und 12/4 aufgrund unvollständiger Klassen eventuell besser wieder zu einer  
oder nur noch zwei Gruppen zusammengefasst werden sollten, muss die Zukunft entscheiden. Der Begründung,  
es handle sich in der Gruppe 12 vielleicht gar nicht um den besten Gelbgesichter der Schau, weil auch  
Gelbgesichter z.B. bei Spangle, Schecken, etc. ausgestellt werden, kann man eigentlich grundsätzlich entgegnen,  
dass auch der beste Zimter, Zimt Opaline oder Opaline nicht unbedingt in Gruppe 9, 10 oder 11 stehen muss,  
sondern vielleicht bei den Austr. Schecken? Wir haben in vielen Gruppen ganz einfach diese Farb- oder  
Zeichnungskombinationen zugelassen. In diesen Fällen werden sich die Geister immer scheiden, ob es sich z.B.  
bei einem Spangle Zimt Opalin Gelbgesicht eher um einen Spangle, Gelbgesichter oder Zimt Opalinen handelt.
Auch den schon oft vorgeschlagenen Lösungsansatz, die beiden ähnlich zu bewertenden Mutationen Lacewing  
und Texas Clearbody in einer Bundesgruppe zu vereinen, halte ich persönlich für sinnvoller als ein derzeitiger  
Vergleich des DF Spangle (dominant vererbender Farbvogel), Texas Clearbody (geschlechtsgebunden mit  
Zeichnung) und Neumutationen (zur Zeit v.a. Dänisch Dominante). Eine solche Zusammenlegung würde aber  
wahrscheinlich das „Ende“ für den Lacewing gegenüber der  zahlen- und qualitätsmäßig eher überlegenen  
Konkurrenz des „in Mode kommenden“ Texas Clearbody bedeuten. Man sollte aber in Zukunft erwägen, wenn  
sich die Zahlen des Lacewing noch weiter verringern, ist das Anrecht auf einen eigenen Schaugruppensieg  
gegenüber z.B. einigen Mutationen der schwierigen Farben bald nicht mehr gegeben.
Wie schon jeder zugeben muss, macht ein Vergleich zwischen Texas Clearbody mit DF Spangle (oder  
Gelbgesichter mit DF Spangle wie früher in Schaugruppe 12) noch viel weniger Sinn. Der bereits von der IG  
Spangle selbst vorgelegte Antrag auch den doppelfaktorigen bei den einfaktorigen Spangle aufzunehmen,  
scheint mehr als vernünftig. Durch die anfängliche Begeisterung für diese einfarbige Erscheinungsform bei  
vorhandener Doppelfaktorigkeit beim Spangle war eine Besetzung von 2 unterschiedlichen Schaugruppen und  
damit 2 möglichen Schaugruppensiegern mit ein- und derselben Mutation noch zu verstehen. Bei der  
diesjährigen Bundesschau kam der Doppelfaktorige Spangle allerdings auf eine Gesamtzahl von 64 Stück (davon  
30 NE!), d.h. gerade mal 34 bewerteten Vögeln und ist als dominanter Farbvogel kaum mit anderen Mutationen  
zu vergleichen. Außerdem hat bereits unser Ausnahmezüchter, Jo Mannes mit einem DF Spangle als  
Bundessieger gezeigt, dass diese doppelfaktorige Variante dem einfaktorigen Spangle in Sachen Schauqualität in  
nichts nachstehen muss. Nach den Vorstellungen der IG möge also der beste Spangle (egal ob mit 1 oder 2  
Faktoren für Spangle) die Schaugruppe 17 gewinnen.
(Einfügen von Tabelle 3)
Der folgende Vorschlag des DWV-Teams (siehe Tab. 3) stellt deshalb eine gänzlich andere Alternative dar, deren  
Lösungsansatz auf den Umständen dessen hervorgeht, welche bereits ausführlich in diesem Artikel erläutert  
wurden: Unser Schausieger wird aus den 20 Schaugruppensiegern ermittelt, wobei die Schaugruppen 19 und 20  
doch eigentlich nur zur Vollständigkeit bei der Endausscheidung dazugestellt werden. Theoretisch wird dem  
Einzelvogel eines jeden Paares oder einer Kollektion die Chance gegeben, den Titel des Schausiegers ebenfalls  
zu erreichen. In meiner ebenfalls nun schon fast 20-jährigen Laufbahn als DWV-Aussteller ist mir ein  
Schausieger aus einem Paar oder einer Kollektion allerdings noch nie untergekommen, zumindest nicht bei einer  
größeren Schau auf Landes- oder gar Bundesebene. Wenn wir uns ehrlich eingestehen, macht dies auch keinen  
Sinn, weil bei der Paar- und Kollektionsbewertung die anteilsmäßige Qualität des Einzelvogels der geforderten  
Gesamtharmonie entgegensteht. Ein Beispiel zur Verdeutlichung: In einer Kollektion kann ein brillanter Vogel  
zusammen mit 3 eher prädikatsbezogenen -befriedigenden-  Teamkollegen ausgestellt sein, die dann vom  
Zuchtrichter zu Recht wegen fehlender Kollektionsharmonie und Gesamtqualität auf den 2. Platz gestellt wird.  
Der Top-Vogel in der Kollektion wurde schon im Vorfeld in der Klasse aus dem Rennen genommen und hätte  
durchaus Chancen für den Schausieger gehabt. Er wurde aber bei der Schaugruppe Kollektionen nach anderen  
Maßstäben beurteilt!
Wenn wir also gleich 2 Bundesschaugruppen zur Ermittlung des Schausiegers „verschwenden“, verfehlen wir in  
diesen Fällen den eigentlichen Sinn unseres vorgesehenen Schaugruppensystems. Damit auch der Anreiz zum  
Ausstellen von Paaren und Kollektionen erhalten bleibt, was neben der besten Gesamtleistung gerade bei den  
Kollektionen immer noch eine starke Aussagekraft für die Qualität eines einzelnen Zuchtbestandes  
untermauert, würden sämtliche bisherigen Gruppensieger der Paare und Kollektionen bestehen bleiben. Beim  
Thema Schaugruppensieg wären allerdings dann unterschiedliche Konstellationen denkbar. Um am  
Schaugruppensystem aus 20 Schaugruppen festzuhalten, könnte man die Schaugruppe 20 zukünftig aus Paare  
und Kollektionen zusammenstellen oder aber eine weitere Schaugruppe durch eine Unterteilung 20/1-4 für  
Paare und 20/5-8 für Kollektionen herstellen, die aber beide bei der Endausscheidung zum Schausieger nicht  
mehr teilnehmen. Um der Leistung des Züchters gerecht zu werden, würde man in beiden Fällen sowohl das  
beste Paar als auch die beste Kollektion weiterhin im Siegerregal präsentieren.
Gerade was die Gesamtleistung angeht wurde vom DWV-Obmann in Erwägung gezogen auch den Züchter mit  
der 2. und 3. besten Gesamtleistung zukünftig zu ermitteln und zu veröffentlichen. Ebenfalls ein sinnvoller  
Anreiz für jeden Züchter sein derzeitiges Qualitätsvolumen im Bestand zu verdeutlichen.
Mit einer völlig „neuen“ Schaugruppe 19 könnte dadurch eine breite Basis für alle Farbschläge und Mutationen  
eingerichtet werden, die wir bisher z.B. bei den Schwierigen Farben in Schaugruppe 18 aufgrund ihrer  
überlegenen Vererbungsweise oder Schauqualität nicht einbinden konnten. Es könnte sich hierbei zunächst um  
eine Gruppe für Dänisch Dominante, Kombinationen und aller bisher nicht in unserem Standard beschriebenen  
Mutationen handeln. Letztere wären den bisherigen „Neumutationen“ gleichzustellen, wobei der derzeitige  
Begriff doch eher für jeden Züchter irreführend erscheint, denn es gibt die meisten der hier vorgesehenen  
Mutationen schon länger als den Spangle. Bei uns noch seltenere Mutationen, wie z.B. den Schiefer, Anthrazit,  
Misty, Blackfaces, Saddleback, Easly Clearbody, u.a. wären hier vorgesehen. Unter Kombinationen hätten die  
Züchter zum ersten Mal auch die Gelegenheit Schauwellensittiche auszustellen, die weder eine eigene Mutation  
darstellen, noch in den bereits zugelassenen Kombinationsformen der bisherigen Schauklassen eingeordnet  
werden können. In vielen Verbänden im Ausland ist es möglich einen Spangle-Austr. Schecken, Grauflügel-Rez.  
Schecken oder gar eines Austr. Schecken Weißviolett auszustellen, um nur einige Beispiele zu nennen.  
Entscheidend ist doch die Schauqualität. Es soll hier nicht der Irrtum entstehen, wir wollten die Züchter dazu  
ermutigen, zukünftig bewusst irgendwelchen „Mutations-Mischmasch“ hervorzubringen! Solche Vögel  
entstehen doch überwiegend zufällig. Wenn sie dann noch von sehr guter Schauqualität sind, ist der Umstand  
diese nicht ausstellen zu können jedoch echt schade. Wer z.B. die Schönheit eines Texas Clearbody Spangle  
schon einmal zu Gesicht bekommen hat, wird verstehen um was es hier geht. Unser Hobby soll doch immer  
interessanter werden, nicht langweiliger. Der Mensch neigt dazu, immer etwas Neues sehen zu wollen, worüber  
er dann diskutieren kann. Es gibt wohl nur wenige Lebewesen wie unsere Wellensittiche, die uns dies allein  
durch ihre einzigartige Farbenvielfalt ermöglichen.
Wie man unschwer aus unseren Veränderungsvorschlägen erkennen kann, führen viele Wege nach Rom. Oder  
wie ich immer zu sagen pflege: „Auch der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt!“  
Zum Aufstehen muss dazu aber jeder Schauwellensittichzüchter bereit sein und dem DWV-Team unter der  
Führung von Rolf Schindelmeiser seine Meinung am besten unter zg.schindelmeiser@t-online.de  
<mailto:zg.schindelmeiser@t-online.de> mitteilen. Ihm auf der Bundesschau auf die Schultern zu klopfen, reicht  
nicht aus. Wie mir schon von vielen Seiten mitgeteilt wurde, scheuen sich anscheinend viele Züchter über  
Alltägliches im Hobby zu schreiben aufgrund meiner oft zu ausführlichen Artikel oder aus Angst mit ihrer  
Meinung belächelt zu werden. Jeder kann schreiben, also trauen Sie sich einfach mal etwas mehr zu! Uns würde  
zu diesem Artikel auch eine einfache Stellungnahme: „Das und jenes finde ich gut oder diesen Lösungsansatz  
finde ich nicht gut“ schon helfen, um den richtigen Weg einzuschlagen oder Änderungsvorschläge zu  
untermauern! Wenn wir genügend Stellungnahmen zusammenkriegen würden, könnte man daraus auch mal  
einen Bericht mit der Auswertung von anonymen Züchtermeinungen präsentieren. Wir brauchen Eure  
Unterstützung! Am sinnvollsten auch in Schriftform in wenigen Sätzen, damit wir zum Wohle unseres DWV’s bei  
den entsprechenden Gremien auch wirklich Anreize schaffen und vorlegen können.